Fotografieren im Winter: 2 mögliche Motive im Schnee

Fotografieren im Winter: 2 mögliche Motive im Schnee

Auch wenn es auch heuer wieder (zumindest bei mir zuhause) keine weiße Weihnachten gab, kam der Winter dann doch und hält viele Gegenden Österreichs seit Wochen fest im Griff. Schnee, Eis und Kälte erzeugen auch in bereits fotografierten Landschaften ganz besondere Stimmungen und Motive, an denen die Kamera sonst vielleicht nicht „hängen bleibt“,werden spannend. Diese Chance wollte (und will – noch ist der Schnee da :-)) ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bin mit der Kamera losgezogen.

Möglichkeiten im Winter

Vermutlich kennen wir alle die großartigen Aufnahmen von verschneiten Bäumen und einem brennenden Himmel zu Sonnenaufgang oder -untergang. Bisher hab ich es noch nicht geschafft, solche Szenen auf meinen Kamerasensor zu bannen – ich arbeite aber dran! Denn da muss auch einiges zusammenspielen:

  • das passende Motiv (die Bäume) muss gefunden werden
  • Neuschnee (ohne genügend Neuschnee keine fluffig weißen Bäume)
  • Himmelsröte (die richtigen Wolken an der richtigen Position am Himmel, zu diesem Thema kann ich jedem das Buch von Bastian Werner oder sein Webinar empfehlen!)
  • du selber mit der Kamera draußen (während zugleich die drei vorherigen Punkte erfüllt sind)

Mindestens genauso interessant und „fotowürdig“ finde ich Winterlandschaften, wenn es nebelig oder zumindest bewölkt ist, vielleicht sogar schneit. Das ist für mich sogar das wesentlich typischere Winterwetter und ich mag die Atmosphäre, die dann in der Landschaft vorherrscht, sehr gerne! (Außerdem herrscht bei uns gefühlt viel öfter diese etwas trübe Wetterlage vor und da muss ich es nehmen, wie es kommt. ;-))

Du darfst dann natürlich nicht mit einem beeindruckenden Farbspektakel rechnen, vom Sonnenaufgang und -untergang bekommst du bei diesen Bedingungen (vermutlich) nichts oder nur wenig mit. Dafür sind sehr minimalistische Aufnahmen möglich – du kannst einzelne Motive in Szene setzen und die Fotos beeindrucken oftmals aufgrund ihrer Konzentration aufs „Wesentliche“.

Geeignete Motive fürs Winterwetter

Meine derzeitigen Lieblingsmotive sind Bäume und Berge – beide eignen sich in meinen Augen großartig für Aufnahmen im Winter!

Bäume

Gerade (möglichst) freistehende Bäume bilden ein ausgezeichnetes Motiv! Durch eine geschlossene Schneedecke und zusätzlich noch etwas Nebel wirkt der Baum beinahe losgelöst von der restlichen Welt.

Einen ähnlichen Effekt wie Nebel hat auch (starker) Schneefall. Beide Wetterphänomene schwächen den Kontrast in der Landschaft ab. Ist dann zusätzlich noch der Abstand zum Motiv größer, dann wirkt das Bild eher weich und eben, naja, kontrastarm. Damit das Foto dann nicht langweilig wird (Kontraste erzeugen Spannung), solltest du darauf achten, dass der Abstand zwischen dir und dem Baum (oder was auch immer du fotografierst) nicht allzu groß wird.

Du kannst dir diese Tatsache aber zu Nutze machen: fotografierst du keinen freistehenden Baum, dann kannst du durch einen weit genug entfernten Hintergrund das Bild dennoch so gestalten, dass der Baum trotzdem ganz klar als Hauptmotiv herauskommt. Der Hintergrund ist ja wesentlich weiter entfernt und somit kontrastärmer, der Betrachter wird nicht abgelenkt.

Berge

Nachdem ich im letzten Jahr meine Leidenschaft für die Bergwelt entdeckt habe, möchte ich diese natürlich auch im Winter festhalten! Schneebedeckte Berge haben eine ganz eigene Ausstrahlung – diese möchte ich auch gerne auf meinen Fotos zeigen (zumindest versuche ich das). Deshalb habe ich mich entschieden, statt zum Weitwinkel eher mal zu Brennweiten zu greifen, die auch in der Portraitfotografie zum Einsatz kommen. Ich habe also einen Brennweitenbereich von 50 mm aufwärts verwendet.

Da die Gipfel weit entfernt sind, funktioniert das natürlich nicht so gut, wenn zwischen mir und meinem Motiv zu viele Schneeflocken herumschwirren oder zu viel Nebel ist (selbes Prinzip wie oben, große Entfernung und wenig Kontrast). Geeignete Bedingungen für die Aufnahmen, die mir vorschwebten, sind also:

  • (stark) bewölkter Himmel
  • Nebel in den Gipfeln
  • (halbwegs) klare Sicht von meinem Standpunkt aus

Aufnahmetechnik im Winter

Minimalismus macht sich gut! Winterfotos bestechen oft durch ihre Reduktion aufs Wesentliche, sowohl was die Bildelemente als auch die Farben angeht.

Um den gewünschten „cleanen“ und konzentrierten Bildlook zu erhalten, ist es oftmals notwendig die Aufnahmen überzubelichten. Die Lichtwaage befindet sich also im positiven Bereich von +1 bis zu +2 Belichtungsstufen. Durch den sehr hellen Bildeindruck fallen dann auch Unregelmäßigkeiten in der Schneedecke (Fußspuren beispielsweise) nicht mehr oder nur mehr sehr schwach auf.

Zudem ist die Überbelichtung auch wichtig, damit der Schnee so abgebildet wird, wie er ist: weiß (zumindest solange du nicht neben einer Hauptverkehrsroute fotografierst ;-)). Die Kamera (also der Belichtungsmesser in der Kamera) erwartet ein Bild, das im Mittel ein neutrales Grau ergibt und versucht darauf zu belichten bzw. stellt den notwendigen Belichtungswert in der Lichtwaage als ausgeglichen dar. Nun ist es jedoch beim Fotografieren im Winter oft so, dass ein Großteils des Bilds weiß ist, weil eben Schnee liegt. Die Kamera belichtet dann zu dunkel. Das solltest du mittels Belichtungskorrektur oder einer längeren Belichtungszeit (im manuellen Modus) korrigieren. Achte nur darauf, dass die Lichter nicht „ausfressen“, also keine Zeichnung / Information mehr beinhalten.

Außerdem solltest du auf den Weißabgleich achten. Ein wenig blau macht sich oft ganz gut und unterstreicht, dass die Aufnahmen im Winter und bei Kälte gemacht wurden. Aber der Schnee sollte nicht mit Schlumpfeis verwechselt werden. Fotografierst du im RAW-Format, dann kannst du den Weißabgleich nachträglich völlig problemlos und verlustfrei anpassen (darum steht der bei mir normalerweise einfach auf „automatisch“). Nimmst du direkt JPEGs auf, dann solltest den Weißabgleich auf alle Fälle schon in der Kamera richtig einstellen.

This Post Has 2 Comments

  1. Liebe Nadine!
    Mir gefällt dein neuer Blogbeitrag sehr gut… Du schaffst es mit ernsthafter Technik , guten Tipps und auch ein wenig mit Humor den Beitrag super spannend zu gestalten. Auch deine Bilder sind toll….. Ich mag so minimalistische Fotos sehr gerne…. Bei dir merkt man einfach wie gerne du fotografierst.. Ich hoffe es geht dir ansonsten auch gut!
    Ich bin jetzt mal durch Zufall auf ein Video gestoßen von Jürgen Weginger… und zwar vom Sölktal über die Kaltenbachseen. Da sind wunderschöne Erinnerungen hoch gekommen….. 😀
    Wünsch dir alles Gute, Brigitte

    1. Hallo Brigitte! Danke für die lieben Worte, ich freue mich sehr, wenn wer die Blogartikel gerne liest und vielleicht auch noch eine Kleinigkeit mitnehmen kann! Das Sölktal war wirklich toll und ich möchte heuer auch wieder hin! LG, Nadine

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